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Leiter der
Selbsthilfegruppe: Andreas Müller
Rottluffer Straße 26
09116 Chemnitz
Tel.: 0371 909 66 83
andreas-mueller
[at] adhs-
selbsthilfegruppe-chemnitz.de
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AD(H)S:
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"Wir leben
alle unter demselben Himmel, aber wir haben nicht alle denselben
Horizont."
(Konrad Adenauer, deutscher Bundeskanzler,
1876-1967)
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AD(H)S
Evolution
und Gene! |
Jäger-und-Farmer-These
von
Thom Hartmann
(Quelle: Thom Hartmann:
Eine andere Art, die Welt zu sehen) |
Thom
Hartmann hat die These aufgestellt, Betroffene seien aus genetischer
Sicht die Nachfahren der steinzeitlichen Jäger und Sammler
(Jäger = Hunter). Ihm zufolge ist die heutige moderne Gesellschaft
eine Weiterentwicklung der Gesellschaft sesshaft gewordener Farmer. Um
sich in dieser Gesellschaftsform leicht zurechtzufinden, benötigt
man andere Voraussetzungen und Fähigkeiten als in einer von
Huntern geprägten Gesellschaft. Dieser Unterschied zwingt Hunter
dazu, sich mit ihren anderen Fähigkeiten und Voraussetzungen einer
Farmer-Gesellschaft anzupassen. Wie ein Farmer zu leben, stellt
für Hunter jedoch eine permanente potentielle Belastung dar. Daher
stehen sie vor der Aufgabe, einen Weg zu finden, sich ihre
Fähigkeiten trotz der ungünstigen gesellschaftlichen
Rahmenbedingungen zum Vorteil machen zu können. Das Ziel ist,
Anerkennung für ihre besonderen Talente zu erlangen, anstatt
permenent nur "anzuecken".
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| Handycap
der
These
von Thom Hartmann - Die Zeitfrage |
| Evolutionäre
Entwicklungen
und "Spaltungen" erfolgen über extrem lange
Zeiträume. Die ursprüngliche These von Thom Hartmann "krankt"
deshalb u.E. daran, daß die Menschen über Milionen Jahre als
"Jäger und Sammler" lebten, die Folgeepochen wahrscheinlich jedoch
viel zu kurz waren, um derart grundlegende Veränderungen zu
bewirken. Immerhin began der schrittweise Übergang zum
Seßhaftwerden und Pflanzen und Tierhalten erst ca. 12.000 bis
7000 Jahre vor unserer Zeitrechnung. Es ist also zu erwarten, dass die
Weichen für eine mögliche evolutionäre "Spaltung"
bereits viel früher gestellt wurden, bei den "Jägern und
Sammlern" selbst. |
| Bereits
unterschiedliche
Anforderungen an Jäger und Sammler |
Während
in
der Anfangszeit sicher noch Männer und Frauen gemeinsam gejagt
haben - wie dies auch bei Raubtieren üblich ist - hat sich u.E.
zunehmend eine Arbeitsteilung durchgesetzt. Die Männer gingen
vorzugsweise auf die Jagd und verteidigten das Revier, die Frauen und
schsammelten vorzugsweise, hüteten das Feuer und und bereiteten
das Lager. Es kann hierbei wohl auch davon ausgegangen werden,
daß zumeist nur die fähigsten und stärksten Männer
(Frauen?) zur Jagd gingen, während die Jüngeren, Älteren
und Schwächeren bei der Sippe blieben. Bei dieser
Arbeits-/Rollenverteilung gab es folglich bereits grundsätzlich
unterschiedliche Anforderungen und Tagesabläufe.
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Neuere
Forschungen
mit ähnlichen Ergebnissen bei Normadenvölkern
Kenias
(Quelle: Dan Eisenberg (Northwestern University in Evanston) et al.:
BMC Evolutionary Biology) |
Gentests
amerikanischer
Forscher an ursprünglich lebenden Nomaden in Kenia
deuten ebenfalls darauf hin, dass die genetische Veranlagung für
das Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom ADHS in der Evolutionsgeschichte des
Menschen durchaus Vorteile für die Betroffenen gehabt haben
könnte. Bei den Untersuchungen waren Menschen mit einer
Genvariante, die mit dem Auftreten von ADHS in Verbindung gebracht
wird, im Schnitt besser ernährt. Die Wissenschaftler vermuten,
dass ADHS dem Lebenswandel eines umherziehenden Nomaden, der
ständig auf der Suche nach Nahrung und Wasser ist, zugutekommen
und hätte sich daher während Evolution des Menschen erhalten
und sogar verbreiten können.
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